Chronik der Marienkirche Goldbach


Marienkirche Goldbach

Marienkirche Goldbach


Quelle: Päßler, Roland: Heimatblätter. Historischer Streifzug durch die Gegend um Großharthau und Bischofswerda, 94ff.

  • 30. Juni 1225: Ersterwähnung Goldbachs in der Urkunde, in der Ottokar von Böhmen u.a. Goldbach an das Bistum Meißen zurückgibt.
  • Sehr bedeutsam war, dass Goldbach an einem alten Fernverkehrsweg zwischen Dresden und Bautzen lag (nicht identisch mit der B6).
  • Im 12. oder 13. Jh. gab es eine Marienkapelle in der Nähe dieses Verkehrsweges in Goldbach.

  • 1559 erfolgte der Um- und Ausbau der Kapelle in eine schlichte, barocke Saalkirche mit Korbbogenfenstern, flacher Holzbalkendecke und zweigeschossigem Holzemporen.
  • Einführung der Reformation wie in Bischofswerda am 28.12.1558, vollzogen jedoch erst am 06.01.1559 durch eine Predigt des Diakons (Georg Benedictus?).
  • 1620: Festlegung: "Die Archidiakonen (von Bischofswerda - d. Hg.) haben das Filial Goldbach zu versorgen...".
  • 1601: erste Orgel
  • 1605: Erwähnung der spätgotischen Portals an der ehemaligen Marienkapelle, die vermutlich aus der Zeit des Bischofs Nicolaus (1379-1392) stammt. ("Martin Teich schreibt im 18. Jahrhundert in seiner Chronik von Goldbach: 'Diese Kirche ist in Papstzeiten der Mutter Maria geheiligt gewesen...'", Päßler, Heimatblätter, 95)
  • 1628: Pfarrgüter aus Goldbach wurden von Bischofswerda in Besitz genommen, wahrscheinlich um die Besoldung des Pfarrers ( für Goldbach) auszugleichen. Dies ist der Ausgangspunkt des "Kirchenstreites" Anfang des 20. Jahrhunderts.
  • 1648: stiftet Salzfuhrmann Thomas Conrath ein Kruzifix.
  • 1652: Weihe des Altars durch den Bischofswerdaer Diakon Michael Pusch.
  • 1655: stiftet Claus von Taube wegen des Augsburger Religionsfriedens 200 Taler.
  • 1756: Einbau der Orgel durch Hildebrand (einem Schüler Silbermanns)

  • Während des Kirchenneubaus 1778 wurde den Goldbachern die Gottesackerkirche in Bischofswerda als Gottesdienstort zugewiesen.
  • 1778 am 15.11.: Weihe der Kirche durch Bauintendenten Stern.
  • "1813 herbergte Napoleon in der Kirche zu Goldbach, seine eigenhändige Unterschrift unter der Entschuldigung für das Tränken der Pferde aus dem Taufstein wurde bei den Renovierungsarbeiten 1980 entwendet."
  • 1897: spenden Karl Göbel aus Weickersdorf und Privatus Herzog aus Dresden 2.500 Mark für ein neues Geläut (Gesamtkosten: 9.000 Mark).


  • Turmknopf repariert und geöffnet: 1780, 1859, 1885, 1903, 29. Juli 1924.
  • 1898: Turmuhr repariert.
  • 1908: Innenrenovierung unter Architekt Meyers.
  • 1926: Vergrößerung des Friedhofes nach westlicher Seite wegen Anwachsens der Bevölkerung auf 710 im Jahre 1924.


  • Zu Beginn des 20. Jh.s erfolgten umfangreiche Bauarbeiten, unter anderem wurden 1909 südwestlich und nordwestlich am Turm Treppenhaustürme angebaut. Gleichzeitig erfolgte der
    • Anbau der Sakristei und des Strebepfeilers an der Westseite des Turmes
    • Schaffung der figürlich bemalten Buntglasfenster in den drei Chorwänden
    • von der zweigeschossigen Holzempore brach man die obere ab, einschließlich einer früheren Loge
    • unter der Orgelempore trennte man einen Teil ab und schuf somit einen Gemeinderaum   (jetzige Winterkirche).
  • Der Kirchenraum wurde im Zeitgeist der Jahrhundertwende weitgehend überarbeitet.
  • Ausschlaggebend für den damaligen Kirchenumbau war auch die notwendige Vergrößerung des Orgelgehäuses:
    1908 wurde durch die Initiative von Kantor Max Gelbke (siehe handgeschrieben Einrahmung /Aufzeichnung von Marie Gelbke vom 26.05.1957) eine zweimanualige Orgel mit Registerkanzellenladen und Röhrenpneumatik unter Wiederverwendung einiger Register Hildebrandts (von 1756) eingebaut.
  • 1908 erfolgte der Orgelumbau durch die Bautzener Firma Eule für 6.000 Mark, die der Industrielle Bayer aus Höchst spendete, dessen Vorfahren aus Goldbach stammten.
  • 1908: Der Kirchenraum wurde in der heute erhaltenen Fassung renoviert. Vermutlich wurden zu dieser Zeit auch die beiden oberen Emporen entfernt.
  • 1909, am Sonntag Sexagesimae, 14.02: Weihe der erneuerten Kirche und Orgel mit Weiherede des Superintendenten Kaiser und Predigt des Ortspfarrers. Zugordnung des Festzuges: "Musik, Schulkinder, Festjungfrauen, Meister und Gewerken, geistliche und weltliche Behörden, Patronats- und Kollaturherrschaften, Ortspfarrer und andere Geistliche, geladene Gäste, Kirchenvorstand, Gemeinderäte, Schulvorstand, Hausfrauen der Gemeinde, Hausväter der Gemeinde, Jugend, Vereine". Mittags 11.30 Uhr "Festmahl im Gasthof zum Erbgericht", 14.30 Uhr "Kirchenkonzert" (Quelle: Festordnung zur Weihe der erneuerten Kirche u. Orgel, Druck Friedrich May, Bischofswerda)
  • 1912 erhielt die Kirche elektrisches Licht; 1929 eine elektrische Kirchenheizung.
  • Nach dem 1. Weltkrieg wurde vor der Ostseite des Kirchenschiffes ein monumentales Kriegerdenkmal errichtet.

  • Die Kirche ist ein typisches Bauwerk des dörflichen Barock, überzeugt durch Einheitlichkeit und Einfachheit.
  • Turm und Kirchenschiff bilden eine Einheit in schlichtem barocken Stil (Putz mit aufgemalten Lisenen und Quaderung).
  • Der Turm hat einen quadratischen Grundriß und ist im oberen Bereich achteckig.
  • Haupteingang (Süden) - spätgotisches Sandsteinportal mit Stabdurchsteckung vom Vorgängerbau (1559).
  • Hildebrand-Orgel von 1756 im Rokokostil.


  • Die ursprüngliche Nutzung als Dorfkirche und Begegnungsstätte für die Kirchgemeinden Goldbach/Weickersdorf soll beibehalten werden, deshalb wurde von 1992 bis 1996 die umfangreiche Außenrestaurierung an Turm und Schiff der denkmalgeschützten Kirche vorgenommen. Gesamtkosten ca. 1 Millionen DM (außer der Turmhaube, die bereits ca. 1980 neu gedeckt wurde).
  • 1994-95 erfolgte der Einbau einer beheizbaren Winterkirche unter der Orgelempore.
  • Das an der Außenseite vermutlich noch von 1759 stammende Gestühl des Kirchenschiffes wurde in seiner ursprünglichen Gestalt rekonstruiert und mit neuem Anstrich versehen. Der mittlere Gestühlsblock entstammt vermutlich der Zeit der Innenrenovierung von 1909.
  • Sanierung des Altar-Kruzifix' durch Dietmar Hein: 1990er Jahre
  • Sanierung der Madonna durch Spende der Sparkasse und Vermittlung von Dr. Schlegel im Januar 2000 (Sächsische Zeitung vom 26./27.02.2000, Ausgabe Bischofswerda)
  • Einbau einer Toilette und abflusslose Ausfallschlämmgrube 2002. Ehrenamtliche Fliesenarbeiten: Andre Häse; Ausfallbehälter gesponsort: Fa. Roth, Bischofswerda; Maurerarbeiten und Türeneinbau: ABM Werner Vetter und Reiner Jähngen.
  • Einbau Teeküche im Jahre 2002 durch Herrn Gerd Standfuß
  • Einbau der Turmfenster gegen weiteres Verdrecken durch nistende Vögel: ehrenamtlich Fa. Dietmar Hein, 2002
  • Anschaffung neuer Sitzpolster für die Kirchenbänke unten (Kosten ca. 1.800,- €)
  • Am 29. Februar 2004 fand der erste Rundfunkgottesdienst in der Goldbacher Kirche statt (übertragen auf MDR Kultur / Figaro)